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Solarbauern
 
 


Tagungsbericht: Zimmerwald, 24. Oktober 2009

 

Grösste Photovoltaikanlage auf einem Bauernhof im Kanton Bern

Auf dem Hof „Guggisberg“ in Zimmerwald ist eine der grössten Photovoltaikanlage eines Landwirtschaftsbetriebes installiert.
Auf 900 m  gelegen wirkt die Kraft der Sonne ideal. Es wird elektrische Energie produziert,  solare Wärme für die Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung gewonnen und Holz (Schnitzelheizung) sinnvoll verwendet. Das „Stöckli“ ist nach dem Minergiestandard erstellt.
Energiefragen gehören zu den wirtschaftlichen Kernanliegen der Familie.

Solarpreis 2009

Das Scheunendach, rund 870 m2 , nach Süden ausgerichtet, vorteilhafte Neigung,  wurde mit 867 Solarpanelen eingedeckt. Pro Jahr dürften damit bis zu 120 000 kW/h erzeugt werden. Dank der „Kostendeckende Einspeisevergütung“ erhält die Familie Guggisberg, pro eingespeiste kW/h 58 Rp. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 870 000.- CHF. Eine Lokalbank war bereit, einen namhaften Kredit dafür zu sprechen. Bei einer Betriebsdauer der Anlage von rund 30 Jahren ist die Eispeisevergütung auf 25 Jahre fix. Die Planung wurde im Jahre 2008 begonnen, wobei verschiedene Firmen Offerten einreichten.
Abnehmer des Stromes sind die Bernischen Kraftwerke.
Die Installation der Photovoltaikanlage hatte u. a. zur Folge, dass das in der Scheune untergebrachte Lager, hauptsächlich für Kartoffeln, weniger Energie zur Lüftung des Lagers benötigt, da die Anlage selbst die wertvolle Energie aufnimmt. Eine Baubewilligung für die Anlage war nicht notwendig. Das  Dach kann kaum von jemandem eingesehen werden und somit stellen sich keine raumplanerischen Fragen.
Die Anlage, nicht zuletzt unter Berücksichtigung der gesamten Aktivitäten der Familie Guggisberg zur Verbesserung der Energieeffizienz und des Einsatzes von erneuerbaren Energien, erhielt von der Solaragentur der Schweiz den Solarpreis 2009.
Stichworte: Die Stromproduktion durch die Photovoltaikanlage kann 108 Wohnungen, sofern diese einem modernen Energiestandard entsprechen, mit Elektrizität versorgen. Zwischen dem Preis, welcher für den eigenen Stromkonsum bezahlt werden muss und dem Abgabepreis besteht rund eine Differenz von 30 Rp. pro kW/h. Die Einnahmen aus der Stromproduktion sind für 25 Jahre zugesichert. Die Familie Guggisberg wird unabhängig von künftigen Schwankungen der Preise für fossile Ressourcen. Die zusätzliche thermische (Solar-)Anlage, kombiniert mit einer Holzschnitzelheizung, ermöglicht die Aufbereitung von Warmwasser und das Heizen.

 

Erkenntnisse der Referenten

In der Planungsphase, immer bezogen auf den Kanton Bern, ist das das Bildungs-, Beratungs- und Tagungszentrum INFORAMA in Zollikofen (Andreas Leu) eine wichtige neutrale Anlaufstelle.  Ab Beginn,ist das Versorgungswerk beizuziehen. Herrn Heim, Bernische Kraftwerke, wies auf eine Reihe von Fragen, welche vor Inangriffnahme eines Projektes abgeklärt werdenmüsse, nämlich: geeigneter Netzzugang, Hausinstallationen bezüglich Zählern je nach Anlagegrösse, Entschädigungsmöglichkeiten.
Gallus Cadonau, Geschäftsführer der Solaragentur, wies  auf dieKonstruktionsfrage „Indach oder Aufdach“ hin, welche im Hinblick auf die unterschiedlichen Entschädigungshöhen  geprüft werden muss.
Josef Jenni, Solarpionier, wies darauf hin, dass es abzuwägen gelte, ob man die verfügbaren natürlichen Ressourcen eher für die Stromproduktion oder für thermische Bedürfnisse einsetzen soll. Für Herrn Bettler von Holzenergie Schweiz besteht die vernünftigste Verwendung von „Sonne und Holz“ in deren Kombination.

 

 

Max Meyer, Projektleiter Solarbauern



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