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Solarbauern
 
 


Tagungsbericht: Gossau, 26. September 2009

 

Enthusiasmus rund um die perfekte Fotovoltaikanlage auf dem Hof von Stephan und Daniela Lehner, Gossau, Albertswil

Stephan Lehner bewirtschaftet seinen Vorzeigebetrieb in der dritten Generation. Mit vier Kindern dürfte die Erfolgsgeschichte gesichert sein. 28 Kühe, Schweine, Mostobstbau, Ackerfrüchte und als Hobby Pferde sind die Standbeine des Landwirtschaftsbetriebs. Lehner hat aus Überzeugung, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten  und aus Ertragsüberlegungen, in die Fotovoltaik investiert. Sein Fazit: „Ich bin stolz auf die Anlage und empfehle eine solche.“

Fotovoltaik auf Schopf- und Scheunendach

Insgesamt wurden auf dem Hof 34,34 kWp installiert. Zum Einsatz gelangten die Produkte Sun Top III, welche auf dem Welleternitdach des Schopfes mit Stockschrauben fixiert wurden, und ebenfalls Sun Top III, welche auf dem Ziegeldach der Scheune mit Dachhaken befestigt wurden. Es kamen Module mit verschiedenen Leistungseigenschaften zum Einsatz. Systemlieferant ist die Firma Conergy GmbH in Flurlingen. Die Installation wurde durch die Firma ** ausgeführt.
Die Investitionssumme beträgt CHF 285 000.-. Der Investor erhält ein zinsloses, amortisierbares Darlehen im Betrage von CHF 115 000.-. Über die Kostendeckende Einspeisevergütung erhält Lehner einen Vergütungsansatz von 67,5 Rp. Pro kW/h.
Die Anlage produziert seit Ende Januar 2009 Strom. Bereits nach 8 Monaten konnte das geschätzte Jahresproduktionsziel von 30 000 kW/h erreicht werden.
Mit dem Ertrag können sieben Haushalte mit Strom versorgt werden.

Gratisenergie im Überfluss

Frau Erika Bühler, Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie Nordostschweiz, betonte in ihrer Begrüssungsansprache, dass die Sonnenenergie die einzige uns langfristig zur Verfügung stehende Energieressource ist und gratis zur Verfügung steht. Landwirtschaftsbetriebe hätten besondere Vorteile, diese zu nutzen. Sie könnten damit eine neue Ertragsquelle erschliessen. Die Rückbesinnung auf die Ur-Energiequelle „Sonne“ –eigentlich eine Selbstverständlichkeit- stosse in der Schweiz, ganz im Gegensatz zum benachbarten Ausland, weiterhin auf politische Hindernisse.

Investitionshilfen mit klaren Anforderungen

Frau Seline Heim, Vorstandsmitglied der Landwirtschaftlichen Kreditkasse des Kantons St. Gallen und Vizepräsidentin des St. Gallischen Bauernverbandes und Kantonsparlamentarierin erläuterte die Bedingungen für die Gewährung von Investitionshilfen. Die Kreditkasse geht davon aus, dass mit der Kostendeckenden Einspeisevergütung für Solarstrom Landwirtschaftsbetriebe eine neue Einnahmequelle erschliessen können. Damit verbunden ist ein hoher Investitionsaufwand. Er verlangt eine solide Finanzierung. Unter klar festgelegten Voraussetzungen, wie Ausbildungserfordernissen, Betriebsgrösse, Tragbarkeit der Investition etc. lässt die Eidg. Strukturverbesserungsverordnung grundsätzlich eine Unterstützung des Einbaus von Fotovoltaikanlagen mit Investitionshilfen zu.
Die erwähnte Kreditkasse des Kantons St. Gallen hat sich Ende Februar 2008 vertieft mit der Gewährung von Investitionshilfen für Fotovoltaikanlagen befasst. Dabei wurde u. a. die Notwendigkeit vermehrter Nutzung der erneuerbaren Energien einbezogen. Damit ein Landwirt einen zinslosen Kredit erhält, muss er eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. (Siehe: www.lkksg.ch.)
Neben dem Einbau der Fotovoltaikanlage in den Gebäudekomplex muss der Stammbetrieb in den nächsten Jahren keine grösseren notwendigen Investitionen in Land, Gebäude sowie Inventar vornehmen müssen. Die Belehnung der Anlage ist limitiert. Die Tragbarkeit des Investitionskredits für 15 Jahre muss nachgewiesen werden. Unvorhergesehene Risiken muss der Betrieb auffangen können.
Während der Dauer des Kredits muss ein rechtsgültiger Stromabnahmevertrag unter Angabe der Entschädigungsbasis vorliegen.

Kantonale Förderung

Herr Peter Grau, zuständig für den Bereich Förderung im Baudepartement des Kantons St. Gallen, zählte die verschiedenen Bereiche innerhalb der kantonalen Energiepolitik auf, welche gefördert werden. Die Nachfrage nach Unterstützungsleistungen ist äusserst gross. So wurden allein im Bereich Sonnenkollektoren (thermische Nutzung der Sonnenenergie) seit Januar 2009 1200 Gesuche gestellt. Die bewilligten Anlagen ersetzen 648 000 Liter Heizöl. Besonderes Gewicht wird auf die Erstellung von Wärmenetzen gelegt (Fernwärmekonzept), wobei als Ressource z. B. Holzschnitzel verwendet werden. 35 Gesuche führten zu 306 Anschlüssen und zu einer Ersparnis von 2 Mio. Liter Heizöl (ab Januar 2009). Biogasanlagen werden ebenfalls gefördert und selbstverständlich die Beratung bei Gebäudeerneuerungen durch eine finanzielle Hilfe der Energieberichte. Der Kanton will bei seinen eigenen Gebäuden eine Vorbildfunktion wahrnehmen.


Folgerungen

Ein unternehmerisch denkender Landwirt mit grossem Umweltbewusstsein in Verbindung mit einem erstklassigen Systemlieferanten in enger Koordination mit einem praxiserprobten Installateur konnten eine Anlage präsentieren, welche höchsten Ansprüchen –auch an solche der Ästhetik- genügt. Der Enthusiasmus, welcher sowohl beim Investor als auch den beteiligten Firmen zu spüren war, konnte man als Teilnehmender gut nachvollziehen.

Max Meyer, Projektleiter Solarbauern



Bilder

 
   
   
   
   
   
   
 

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** Die Installationsfirma haben wir aus dem Bericht heraus genommen, weil diese nicht bereit war, die Organisationskosten des Anlasses anteilmässig mitzutragen.


 
  Dies ist eine Initiative der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie (SSES)                  Kontakt